Heute früh zwischen 5 und 8:30 Uhr traf eine großflächige Störung im Festnetz der Deutschen Telekom tausende Nutzer – der Schuldige war am Ende kein Hardwareausfall, sondern ein schief gelaufenes Software-Update.
Wer heute Morgen früh seinen Rechner hochfuhr und auf das vertraute WLAN-Symbol wartete, wurde an vielen Orten in Deutschland enttäuscht: Der Router blinkte, das Internet fehlte. Auf den bekannten Störungsportalen wie Allestörungen und Netzwelt schossen die Meldungen in die Höhe … zum Spitzenwert um 8:02 Uhr wurden allein auf Allestörungen über 2.700 Einzelmeldungen gezählt, bei Netzwelt sogar knapp 4.800.
Zeitlicher Ablauf
- 05:00 Erste Ausfälle – vereinzelte Meldungen auf Störungsportalen gehen ein.
- 06:00 Deutlicher Anstieg – Störungskurven auf Allestörungen und Netzwelt steigen steil an.
- 08:02 Spitzenwert – über 2.700 Meldungen auf Allestörungen, knapp 4.800 auf Netzwelt. Betroffene Städte u.a. Berlin, Hamburg, Frankfurt, München von den Meldungen her, allerdings wohl sowieso Landesweit.
- 08:30 Stabilisierung – Telekom meldet Wiederherstellung des normalen Betriebs.
- 09:16 Offizielle Stellungnahme – Telekom-Pressestelle bestätigt Ursache und meldet alle Dienste als wieder verfügbar.
Die Ursache: ein schief gelaufenes Software-Update
Auf Anfrage mehrerer Redaktionen veröffentlichte die Telekom-Pressestelle eine kurze, aber aufschlussreiche Stellungnahme: Betroffen waren ausschließlich Geschäftskunden mit gebuchter fester IP-Adresse. Diese Konfiguration wird von der Telekom typischerweise im Business-Segment angeboten und stellt sicher, dass Firmen dauerhaft unter einer fixen IP-Adresse erreichbar sind – wichtig etwa für VPN-Zugänge, Server-Anbindungen oder Fernwartungssysteme.
Die Störung selbst wurde durch ein Software-Update in der Netz-Infrastruktur ausgelöst. Details zur betroffenen Komponente nannte die Telekom nicht. Das Mobilfunknetz der Telekom war nach übereinstimmenden Berichten durchgehend stabil – die Probleme beschränkten sich auf den Festnetzbereich (DSL, VDSL und Glasfaser).
Was ist eine feste IP-Adresse?
Im Gegensatz zur dynamischen IP, die bei jeder Einwahl neu vergeben wird, bleibt eine feste IP dauerhaft gleich. Sie ist vor allem für Unternehmen relevant, die eigene Server betreiben, VPN-Tunnel einrichten oder auf ihre Infrastruktur aus der Ferne zugreifen müssen.
Technische Einordnung
Ein Software-Update als Ursache für eine großflächige Störung ist im Telekommunikationsumfeld keine Seltenheit. Netzkomponenten wie Router-Betriebssysteme, AAA-Server (Authentication, Authorization, Accounting) oder IP-Adressverwaltungssysteme (IPAM) werden regelmäßig gewartet – und Updates werden idealerweise in Niedriglastzeiten eingespielt. Zwischen 3 und 6 Uhr nachts ist dafür ein klassisches Zeitfenster.
Läuft ein solches Update schief – etwa durch eine inkompatible Konfiguration oder einen fehlerhaften Rollout –, können spezifische Kundensegmente ihren Internetzugang verlieren, während andere Dienste stabil laufen. Genau dieses Muster zeigte die heutige Störung: nur Geschäftskunden mit fester IP, Mobilfunk unberührt.